Der aufsässige Staatsdiener. Ein Beamter packt aus.

Rudolf Schmenger, Ex-Steuerfahnder und Whistleblower

Der aufsässige Staatsdiener Ein Beamter packt aus | 30′
Buch und Regie: Valentin Thurn
Autorin Spielszenen: Caroline Nokel
Redaktion: Angelika Wagner
Eine Ko-Produktion von: Schnittstelle und THURN FILM
2009 | WDR 09/09

„Meine Loyalität für die Verfassung steht über meiner Loyalität zu meinem Chef.“, entscheidet Rudolf Schmenger am 30. August 2001. Bis dahin ist er ein effizienter Steuerfahnder, mehrfach belobigt von seinem Dienstherrn, dem Frankfurter Finanzamt. In dessen Auftrag durchsucht er auch eine Großbank und kommt Steuerhinterziehern auf die Spur, die Millionenbeträge auf Konten ins Ausland schleusen. Ohne Angabe von Gründen untersagt ihm sein Dienstherr diese „Fälle“ weiter zu verfolgen. Eine vermutlich politisch motivierte Anweisung aus dem hessischen Finanzministerium, denn die Ermittlungen in den Banken wirken sich nachteilig für das Land als Wirtschaftsstandort aus.
„Es kann doch nicht sein, dass wir die kleinen Steuersünder hängen und die großen laufen lassen.“, sagt Rudolf Schmenger. Aber schließlich verfügt das Finanzministerium die Auflösung seiner Abteilung. Rudolf Schmenger wehrt sich – bis die Amtsleitung schließlich über ein beauftragtes Gutachten einen Weg findet, ihn loszuwerden: Ein Psychiater attestiert Rudolf Schmenger eine „querulatorische Entwicklung“ und schreibt ihn „lebenslang dienstunfähig“.
Gegen seinen Willen wird er mit Anfang 40 in den vorzeitigen Ruhstand geschickt. Inzwischen beschuldigt die hessische Landesärztekammer den Psychiater, ein Gefälligkeitsgutachten im Interesse der Landesregierung erstellt zu haben. Rudolf Schmenger kämpft für seine Reputation uns schart weiter Beamte um sich, die wie er ihrem Gewissen folgen wollen.
Die Reportage rollt den Fall „Schmenger“ exemplarisch auf und fragt, was diesen Menschen dazu befähigt, trotz heftiger Widerstände seine ethischen Grundsätze über die persönliche Karriere zu stelle.



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